An der Landebahn Nordwest | Frankfurt Airport

Heute nehme ich Euch mit an die Landebahn Nordwest des Frankfurt Airport.

Meist kommt man ja von Oben herab geschwebt, aber so am Anfang einer Landebahn? 

Wenn Ihr Interesse habt, schaut es Euch gerne an.



"Über den Wolken, muss die Freiheit...."


Neulich, als ich beim Bäcker stand und darauf wartete an die Reihe zu kommen, hörte ich Frieda zu. Sie erzählte in ausholenden Bewegungen von Ihrer letzten Reise. Es muss ein Abenteuer gewesen sein.

Sie war wohl mit einer dieser modernen Flugmaschinen unterwegs gewesen, bis ans Meer ging die Reise – also weit hinter den sieben Hügeln des Odenwalds. 

Ich war ganz in Gedanken und merkte kaum, als ich endlich an der Reihe war.

Später, zu Hause, saß ich gemütlich am Küchentisch und überlegte mir, ob ich es nicht auch wagen sollte. Ein Wagnis würde es sein, so eine weite Reise.



Nach allerlei Grübelei stand mein Entschluss fest, ich wollte es Wagen und hinaus in die Unsicherheit der weiten Welt ziehen. 

Sicher würde ich berühmt werden, allein die ganzen Fotografien, welche ich mitbringen könnte.

Meine Vorträge würden mich durch den ganzen Odenwald und darüber hinaus bekannt machen. Die Zeitungsjungen würden laut meine neuesten Abenteuer herausrufen.

Es war an der Zeit in die Geschichte einzugehen.


Nachdem ich meinen Sparstrumpf aus der Matratze gezogen hatte und die notwendige Ausrüstung beisammen getragen hatte. Also die genagelten Schuhe, den langen Wanderstock, meine hölzerne Laufbodenkamera und natürlich auch noch eine Ersatzunterwäsche, tja da konnte es auch schon losgehen.

Zunächst stand ja ein langer Marsch durch die gefährlichen Wälder des Odenwalds auf dem Plan.


Ich musste die nächste Station der Postkutsche erreichen, denn hierher in unser kleines Dorf fuhr sie schon lange nicht mehr. Keine Ahnung weshalb.


Ich sage Euch, der Weg war beschwerlich, tagelang kämpfte ich mich durch die heimische Wildnis und von den ganzen wilden Tieren, zum Beispiel Hasen und Kühen, ganz zu schweigen.

Allzu oft entging ich der Gefahr nur durch eine beherzte Kletterei auf einen nahe stehenden Baum.


Aber letztlich langte ich doch an der Station an.

Komisch musterte mich dieser Mann am Schalter, oh ja, so einen echten Abenteurer hatte er wohl noch nie gesehen.

Ich löste mein Billett zur „Startbahn der Träume“.


Der Schaltermann meinte noch zu mir „…da müssen sie an den Bahnhof und von dort Könnens mit dem Zug weiter“. Oh, daran hatte ich nicht gedacht. Ich war der Ansicht mit der Droschke direkt bis ans Ziel zu gelangen.

Auch gut. So würde ich diese dampfenden Stahlgefährten auch einmal aus nächster Nähe sehen, von welchen ich schon in der Bücherei unseres Ortes gelesen hatte.

Dann war es so weit, die Droschke wurde angekündigt.


Ich sah sie erst einmal nicht, nur einen großen blechernen Kasten mit Glasscheiben, alle Leute strömten dort hinein. Auf meine Frage des guten Kutschers, wann denn die Pferde angespannt würden, erntete ich lediglich Kopfschütteln.

Könnt Ihr es Euch erklären?



Letztlich folgte ich dem Beispiel der Mitreisenden und hegte die schlimmsten Befürchtungen, ob wir unten in dieser Droschkenvariante mitlaufen mussten, um als Vortrieb zu dienen?

Letztlich war es aber doch sehr bequem.


Ich denke die Pferde sind unter den Sitzen untergebracht und laufen unter der Verkleidung – tolle Erfindung, da sind sie nicht so der Witterung ausgesetzt. 

Auch denke ich es werden ziemliche viele Pferde eingesetzt, Ihr werdet es nicht glauben, aber es reiste sich wahnsinnig schnell – ich war sehr erstaunt.

Mögt Ihr mir gerne glauben.



Schnell war der Bahnhof erreicht, 

ich suchte nach der nächsten Dampflok, fand jedoch keine – der Bahnhofsvorsteher tippte sich, als ich fragte, weshalb hier nur Waggons stehen würden, an die Stirn – könnt Ihr es verstehen?

Gut, dachte ich nach einer Weile bei mir, setzt dich halt schon hinein, die andern sind auch drin.

Was soll ich Euch sagen, plötzlich ging es los, ich habe gar nicht mitbekommen, wie angekoppelt wurde und der Rauch hielt sich am Fenster auch sehr in Grenzen, die Technik scheint doch schon viel weiter als ich gedacht habe.




Am Zielbahnhof suchte ich eine Droschke, fand aber keine – also fragte ich nach dem nächsten Weg zum Luftschiffhafen, wo die neuen Flugmaschinen starten sollten.

Mit einem breiten Lächeln, auch die umstehenden Lachten, freundliche Menschen allesamt, beschrieb er mir den Weg.


Ich ging wieder los, langsam wurde ich müde.

Nach einem ermüdenden Marsch erreichte ich tatsächlich so einen Zaun und erblickte eine Art Chaussee dahinter, einen Eingang gab es allerdings nicht – was mich etwas nachdenklich stimmte.




Ihr könnt mir ruhig glauben, ich wartete eine ganze Weile und tatsächlich – ich habe mich zunächst sehr erschreckt – erschien wie aus „heiterem Himmel“ eine dieser Flugmaschinen direkt über mir – mit lautem Dröhnen schob sie sich über mich hinweg und verschwand hinter dem Zaun.

So ging das noch ein paar Mal.

Und was soll ich sagen, es ist alles ein ganz großer Bluff – eine einzige Enttäuschung.




Da kommt wieder so ein Flugteil.....








Diese Fliegmaschinen starten nämlich gar nicht, die landen hier nur ^^


keine Ahnung, wo die losfliegen, vielleicht rollen die zum Start über Bergabhänge in den Alpen?


Wenn Ihr dazu etwas wisst, dann gebt mir bitte Bescheid – sonst wird es nie etwas mit meinem Abenteuer ;)



















War heute etwas länger ....
...ich hoffe es hat Euch ein wenig gefallen, mein Abenteuer zu den Flugmaschinen.

In Wirklichkeit war ich am Leuchtfeuer der Landebahn Nordwest des Flughafen in Frankfurt am Main - schon interessant, wenn die Flugzeuge so direkt über Dich hinweg fliegen. 


Seid Ihr schon einmal so am Beginn einer Landebahn gewesen?

Was Ihr dazu meint...

  1. Eine herrliche Geschichte, Björn.
    So was von klasse und erfrischend geschrieben und die Bilder sind auch total spitze geworden.

    Bis jetzt bin ich noch nie am Beginn einer Landebahn gewesen. Ich war immer nur am Flughafen, wenn ich auch geflogen bin und das ist in den vergangenen Jahren nicht so oft gewesen...^^

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hallo Sonja,

      ich bin noch nie geflogen ;) aber so am Flughafen unterwegs zu sein, direkt an den Zäunen ist schon auch eine schöne Erfahrung, Die Profis tragen dort Leitern mit herum ;)

      Freut mich, wenn es Dir gefallen hat und vielen Dank für dein Lob :)

      Liebe Grüße
      Björn :)

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  2. Lieber Björn,
    eine ganz wundervolle Geschichte. Vergangenheit und Gegenwart
    verknüpft - humorig und auch wieder ernst. Ich glaube, ich habe es
    schon einmal gesagt: Du bist ein Romantiker.
    Toll geschrieben - eine Fortsetzung kann ruhig folgen.
    Es war wundervoll zu lesen.
    Einen schönen Wochenteiler wünscht dir
    Irmi

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    1. Hallo Irmi,

      vielen Dank :) und ich glaube Du hast recht, ich bin tatsächlich ein Romantiker ;)
      Mal schauen ob ich irgendwann wieder so weit aus dem Odenwald komme, mir qualmen heute noch die Füße von der langen Reise ;)

      Liebe Grüße
      Björn :)

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  3. Wow - da hast du mit deiner Holzbodenkamera aber viele Bilder gemacht und auch noch die ganzen Metallkassetten dazu mitschleppen müssen - gut, dass eine Ersatzunterhose gelangt hat, sonst hättest du noch einen Schärpa gebraucht...
    Was für ein Abenteuer - ich sollte vielleicht auch einmal mein Dörflein verlass - wenigstens mal bis zum Ortsschild laufen und einen langen Hals machen - vielleicht ein anders Mal - wenn ich mutiger bin ...
    Herzlichst - Monika

    Super Idee, Björn - bin ganz angetan!

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    1. Hallo Monika,

      die Schlepperei war ziemlich anstrengend und diese Träger habe ich leider nicht gefunden, vielleicht die falsche Gegend ^^

      Ich wünsche Dir schon einmal den Mut, so ein kleiner Blick hinaus offenbart viele Wahrheiten, wusste bisher nicht, dass diese Sache mit der Fliegerei reiner Betrug ist ;) die landen ja nur...

      Liebe Grüße
      Björn :)

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  4. Ach lieber Björn...klasse Idee...und es war gar nicht schwer, bis zum Schluss dran zu bleiben...;-). Ja, ich war schon an der Landebahn...nur leider ohne Fotoapparat...was für ein Frevel...;-). LG Lotta.

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    1. Hallo Lotta,

      freut mich, heute habe ich Euch viel abverlangt mit dem langen Text und den vielen Bildern ;)
      ich hatte natürlich meine Laufbodenkamera dabei ;)

      Liebe Grüße
      Björn :)

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  5. Hallo Björn,
    ich habe dich gerne begleitet auf deinem beschwerlichen Weg zur Startbahn der Träume, die sich dann leider nur als Landebahn entpuppte! Aber sag´ mal, warum hast du dich denn nicht einfach ins Automobil gesetzt?
    Spaß bei Seite, deine Erzählung war lustig und die Fotos sind fantastisch!
    LG Heidi

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    1. Hallo Heidi,

      freut mich zu hören :)

      Automobil? Ich glaube da muss ich mal beim Bäcker fragen was dahinter steckt ????

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  6. Hallo Björn,
    das war ganz toll zu lesen. Ja, mit Kindern steht man oft an der Lande- oder Startbahn. In Stuttgart kann,vileleicht auch konnte, man hinten direkt mit dem Auto an die Umzäunung fahren und dann einfach schauen, wie die dicken Teile ganz nah an einem vorbei zogen. Auch steht hier immer wieder eine Flughafenbesichtigung auf dem Programm (Ausflüge von Vereinen, Kindergärten und Schulen). Wenn man da mal dabei war und die Gepäckstücke und der Umgang mit denen gesehen hat, dann fragt man sich echt, wie die Koffer das aushalten. Einmal waren wir ganz spät abends am Flughafen und dann wurden wir gebeten auf die Besucherrampe zu gehen. Und dann haben wir bemerkt, dass dort unten ein einsamer Koffer stand. Der wurde abgesperrt und durchleuchtet. Dann strengstens bewacht, und von Polizisten umzingelt. Ich fand das voll interessant, quasi Tatort live und dann kam der Besitzer und alles wurde aufgelöst. Der hätte doch noch ein bisschen warten können, oder?
    LG
    Manu

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    1. Hallo Manu,

      freut mich, wenn es Dir gefallen hat :)

      Theoretisch kann man hier auch direkt hinfahren, allerdings ist die Straße gesperrt - wenn man also Glück hat, dann bekommt man keinen Strafzettel verpasst (ich hatte Glück) ;)

      Das hätte ich auch gedacht, da steigt die Spannung mit der Koffersache und dann so etwas ;)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  7. hi björn
    du glaubst es nicht... meine familie schüttelt immer den kopf über meine verrücktheit. ich wohne in der nähe einer airbase und immer wenn möglich mach ich ein abstecher dahin. da STARTET und LANDET jegliches fluggerät. es war auch die homebase der SOLARIMPULS die bald schon zur weltumrundung startet. leider von abu dhabi aus. ach wie ich sie hier in der region vermisse. sie wurde von einer riesigen frachtmaschine abgeholt. was natürlich wieder ein absolutes highlight war und das ich gleich mal wieder aus der nähe anschauen musste. und hier kann man wirklich gaaaanz nah ran.... wie du siehst. ich bin total begeistert. frankfurt - ja - das wäre mal was. dort an die piste zu stehen... wow. toll!
    ♥lichst, marika

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    1. Hallo Marika,

      ich würde den Kopf sicher nicht schütteln, ich finde diese Fluggeräte allesamt faszinierend. In Speyer steht so ein russisches Spaceshuttle und das ist sehr interessant - leider hat es mit dem amerikanischen Gegenstück nicht geklappt ;)

      Liebe Grüße und ein tolles Wochenende
      Björn :)

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  8. Hallo Björn,
    viele schöne Bilder hast Du gemacht :-) Ich finde das Treiben
    am Flughafen zu interessant und danke Dir für diese toll
    geschriebene Geschichte, interessant vom Anfang bis zum
    Ende :-) Ich wünsche Dir eine schöne Restwoche.
    Liebe Grüße
    Christina

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    1. Hallo Christina,

      lieben Dank :) es hat sehr viel Freude gemacht die Bilder an der Landebahn zu machen, leider brauche ich manchmal etwas lange sie dann auch in einen Blogpost zu bringen....die liebe Zeit eben ;)

      Liebe Grüße und ein tolles Wochenende
      Björn :)

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  9. Hallo Björn, da ist Sie mal wieder mit Ihm durchgegangen. Die wilde Phantasie. Die lieben wir auch besonders an Dir:-) Und die Bilder sind auch toll. Lg. Tonja

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    1. Hallo Tonja,

      was meinst Du mit Phantasie ;)

      Freut mich, wenn es Dir gefallen hat - mal sehen wann ich wieder einmal aus dem Wald herauskomme...

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  10. Oh man Björn,
    deine Geschichte ist der Knaller!
    Besonders bei den Pferden unter den Sitzen musste ich grad echt laut lachen.
    Wirklich zu schön, du bist echt ein guter Geschichtenerzähler!
    Und deine Fotos sind auch super.
    Wie ich sehe hattest du mehr Glück mit dem Wetter als ich :)
    Der schöne blaue Himmel mit den weißen Wolken, das sieht toll aus und passt perfekt zu den Flugzeugen :)

    LG
    Angela

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    1. Hallo Angela,

      vielen Dank, wusste nicht so ob es ankommt ;)

      Ich war selbst sehr überrascht wie die Fotos doch gelungen sind, es war seeeeehr windig und ich flog fast weg - wie der fliegende Robert ;)

      Liebe Grüße
      Björn :)

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