Tante Emma und so.....


Wenn ich durch die Supermarkt-Regale schreite, hört sich gut an, gelle?

Dann
kommt mir manchmal in den Sinn wie es noch vor ein paar Jahren war, also ich ein junger „Spund“ gewesen bin.

Bei uns im Ort, damals knapp 1.000 Einwohner, gab es damals noch mehrere kleine Geschäfte

Zweimal Lebensmittel, zwei Metzgereien, eine Bäckerei, zwei Haushaltswarengeschäfte und ein Kaufhaus mit Mode und Spielzeug.

Und gaaanz früher gab es sogar eine Tankstelle.

Hab ich was vergessen? Ach ja, die Postfiliale, die Volksbank und die Sparkasse und einen Schuster. Ganze Menge.

Was gibt es heute?



Also die Volksbank und die Sparkasse sind noch immer da, sogar mittlerweile in Neubauten. Die Post gibt es nur noch als private kleine Postfiliale.
Die Tankstelle ist laaange schon weg, dafür gibt es dort ein kleines Geschenklädchen.

Ansonsten?

Also eine der Metzgereien gibt es noch, dazu einen Bäckerei-Verkaufsshop – fertisch!

Man kann also ganz gut erkennen, was alles verschwunden ist – eigentlich alle kleinen Geschäfte.

Und es gab zuvor sogar noch zwei bis drei mehr davon, die ich gar nicht erwähnt habe, weil sie schon geschlossen waren als ich klein war.

Im Nachbarort gab es auch noch einen ganzen Schwung dieser kleinen "Tante Emma" Läden, auch wenn wohl keine der Besitzerinnen wirklich Emma hieß ;)

Gut, Lebensmittel gibt es drei bis vier Kilometer weiter in den vier dort vertretenen Supermärkten und Discounter.

Die drei Metzgereien dort haben mittlerweile aber auch alle geschlossen.

Eine ganz große Lücke haben die Haushaltswarengeschäfte hinterlassen - die gibt es hier weit und breit kaum noch.

Also mal eben schnell ein paar "Riffelgläser" für den "Ebbelwoi" holen, nö *kopfschüttel* ist nicht mehr.
Eigentlich schade, diese Entwicklung. Aber natürlich auch verständlich.



Man kann nicht mehr davon leben, so sagt man immer wieder.

Deshalb werden diese kleinen Läden geschlossen.



Aber wenn ich mich entsinne, dann war es auch meist "nur" die Frau die den Laden betrieben hat, der Mann ging meist einem Handwerk oder einem anderen Beruf nach - es war also ein "Zubrot" - ob so etwas nicht heute doch noch möglich wäre?

Natürlich, es ist auch ein großer Verdrängungswettbewerb. Ich kann mich an meinen ersten Supermarkt in der Nähe erinnern, oder was man damals so nannte, einen Konsum und später war es dann ein Coop, die heute verschwunden sind.

Dann kam im Nachbarort der erste "HL Markt" von Leibbrand (steht übrigens für Hugo Leibbrand), der Niedergang der kleinen Läden hatte begonnen. Aus Bad Homburg kommend expandierte diese Gruppe sehr schnell und immer mehr Läden gab es im Umfeld.
Heute sind diese alle in "REWE" umbenannt. 

Wenn ich als Kind einkaufen ging, naja, was man so nannte ;) dann in das Edeka vielleicht hundert Meter vom Haus entfernt, später ging ich "ins Rewe" oder besser "ins Drehersch", die gar kein Rewe waren sondern Spar ;)

Heute sind beide geschlossen. Der eine Laden ist jetzt ein Friseur und der andere steht einfach leer.

So schaut es aus bei uns, den ersten "Aldi" gab es in Dieburg - da musste man ein ganzes Stück fahren und das war auch spät, ich glaube man musste zu Beginn 10 DM als Wagenpfand hinterlegen, stelle man sich heute vor ;)

Wenn etwas größer eingekauft werden musste ging es ins "PLAZA", ebenfalls ein ganzes Stück weit entfernt oder man fuhr in die Stadt. Die Stadt war bei uns gleichbedeutend mit "Darmstadt", aber sagte keiner - es war immer nur "die Stadt".

In Darmstadt gab es ein Quelle Kaufhaus mit Parkhaus, für mich war das aber als ganz kleiner Bub noch eine andere Welt, ganz ehrlich. Ich kann mich noch erinnern als ich in meinem Heimatort einen LKW sah, da wurden Fähnchen ausgeteilt wegen der Eröffnung des ersten Karstadt in der "Stadt" - Wahnsinn, oder?

Heute muss man froh sein, wenn ein solches Kaufhaus noch existiert ;)


Die Zeiten haben sich doch ganz schön verändert.


Künftig möchte ich noch mehr solche "Erinnerungen" hier einfließen lassen.

Ob es früher besser war? Ich kann es nicht sagen, es war eben "Anders"


Welche Erfahrungen und Erinnerungen habt Ihr
mit den "Tante Emma Läden" Eurer Kindheit und Jugend?

Was Ihr dazu meint...

  1. Lieber Björn,

    das ist ein interessantes Thema. Auch bei uns im Ort sind schon viele der kleinen Läden verschwunden ... einige haben ihr Verschwinden für dieses Jahr angekündigt. Besonders schade finde ich es bei "Gemischtwarenläden" ... wo es alles und nichts gibt/gab. Aber gerade da höre ich bei uns immer, man kann nicht gegen das Internet konkurrieren.
    Ich finde traurig, aber die Zeiten ändern sich ja immer ... und wenn ich so Deine obige Liste durchgehe, dann ist ja auch nicht jeder Wandel wirklich schlecht!
    Ich erinnere mich gerne an einen Tante Emma-Laden zu meiner (Vor)Schulzeit. Da durfte ich mir einmal in der Woche - wenn ich Einkäufe erledigte - ein belegtes Käsebrötchen mitnehmen. Die Kühltheke war noch mit Eis bestückt und die Käsescheiben wurden auf einer handbetriebenen Maschine geschnitten. Die Waage hatte noch Gewichte :) Nur Mehl wollte ich dort nie holen - da wurde nämlich vorher gegen den Sack getreten, damit die Mäuse verschwanden ;)

    Danke für die schönen Erinnerungen, die Dein Beitrag eben geweckt hat und viele liebe Grüße,
    Isabella

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    1. Hallo Isabella,

      oh je, die Geschichte mit dem Mehlsack und den Mäusen - da hätte ich auch kein Mehl gewollt,
      aber so war es früher - in fast jedem alten Haus waren ja irgendwo diese "ungebetenen" Gäste ;)

      Die Gemischtwarenhändler sind hier auch weitläufig verschwunden, ab und an findet man noch einen - aber sicher auch dort nicht mehr lange :(

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  2. Lieber Björn,
    ich fühlte mich direkt zurück in meine Kindheit versetzt ... wir hatten in unserem kleinen Dorf ( damals keine 800 Einwohner ) zwei Bäcker, einen Metzger, 2 Gemischtwarenläden, ein Milchhäuschen,eine Post ... und alles war wie eine große Familie ...eine Tochter vom Metzger, die Tocher von der Post und die Tochter vom einen Bäcker und ich gingen zusammen zur Schule. Morgens ging es beim Bäcker vorbei, einen "Mohrenkopfweck" holen für die Schulpause .... für sage und schreibe 20 Pfennig ....ich könnte jetzt stundenlang dazu schreiben ... es war einfach eine schöne Zeit! anders auf jeden Fall und manchmal denke ich, sie war auch besser ....in gewissen Hinsichten ....*lächel*
    Das letzte noch existierende Lädchen hat Ende letzten Jahres zugemacht. es war der letzte Bäcker, der bis zum Schluß auch die Dinge des täglichen Lebens mit angeboten hatte, was für die älteren Mitmenschen eine große Bereicherung war. Leider ist er nun zu alt und einen Nachfolger konnte er nicht finden ...Schade....oder?
    Auch ich danke Dir für dieses Aufleben lassen der Erinnerungen und freue mcih auf die Fortsetzung!
    Ich wünsch Dir ein wunderschönes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Hallo Claudia,

      da wohntest Du in einem ähnlichen Dorf wie ich, das Milchhäuschen hatte ich vergessen - die Sammelstelle war glaube ich bei uns beim Bäcker untergebracht, später gab es so etwas nur noch vier Kilometer weiter.

      Wenn man überlegt was man damals für wenig Geld noch bekommen kann ^^ wo bekommt man heute noch etwas nur für 50 Cent ?

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  3. Hallo Björn,
    so einen Laden hatten wir auch noch. Wie erzählt musste man 15 min. stramm maschieren und wenn das Geld nicht reichte durfte man auch mal anschreiben lassen und die Mama hat es beim nächsten Besuch mitbezahlt. Dort gab es alles sogar einzelne Teelichter und Hühnerringe und ganz wichtig die Schleckmuscheln und Bazooka Joe für 10 Pf.
    Ach und auch ganz wichtig: Mohrendatsch, den hat die Mama ab und an für den Heimweg spendiert, ach war der immer gut!!!
    Ja, heute können die kleinen Lädchen preislich nicht mehr mithalten. Unser Sportgeschäft im Nachbarstädtchen musste auch schließen, weil er zuviel abnehmen musste. Er konnte nicht mehr 5 Sporthosen in Gr. 140 für den Sportuntericht bestellen, sondern nur noch Paketweise und da bleiben die teuren Markenhosen in den kleinen Größen immer liegen und die großen Größen sind immer ausverkauft. Und mal ehrlich, das passiert einem zweimal und dann geht man gleich in die andere Stadt, oder?
    LG
    Manu

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    1. Hallo Manu,

      die Schleckmuscheln, daran kann ich mich auch noch erinnern - gibt es die noch?
      Auch wieder so kleine Beträge, 10 Pfennig - mal überlegen was ich heute noch für 10 Cent bekomme ;)

      Die Großhändler sorgen also irgendwo auch noch dafür, dass diese kleinen Läden verschwinden,
      es ist einfach Schade.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  4. Lieber Björn dein Bericht ist gut und schildert, wie es auch in anderen Städten zugeht. Doch ich habe Glück, die Supermärkte sind nicht weit entfernt. Einzelhandelsgeschäfte gibt es in der Stadt auch nur noch sehr wenige, egal ob Metzger oder Bäckerei. Deine Erinnerung weckt Sehnsucht an eine sehr schöne Zeit. Danke.
    Liebe Grüße, Margot.

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    1. Hallo Margot,

      Du wohnst also in einer Stadt und selbst dort verschwinden die kleineren Geschäfte - traurig, nicht?
      Aber wenn man wenigstens noch einen Versorger vor Ort hat, dann geht es ja noch - hier auf dem Land geht oft ohne Auto gar nichts mehr.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  5. Ja...also ich bin in der Großstadt aufgewachsen....da gab es selbst in meiner Kindheit keine "Tante-Emma-Läden"...zumindest kann ich mich nicht daran erinnern...Einen "Gemischtwarenhändler" kenne ich nur aus dem Film "Der kleine Lord"....;-))))) LG Lotta.

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    1. Hallo Lotta,

      finde ich schade für Dich, wer erinnert sich nicht gerne an die "TanteEmma" Läden mit den tollen Sachen :) Mich kannte jeder Ladenbetreiber hier - wenn ich dort hin gekommen bin - jeder kannte jeden - aber auch diese Zeiten sind mittlerweile vorbei ;)

      Der kleine Lord, Cedric - nicht? Diese Sendung habe ich oft gesehen und sie hat mir gefallen :)
      Mr. Hobbs war der Gemischtwarenhändler :)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  6. Hallo Björn,
    in den Dorf in dem ich jetzt wohne sieht es noch ganz gut aus. Wir haben noch ziemlich viel. Metzger, Bäcker, Apotheke, Post (mit putzigen Öffnungszeiten allerdings), Sparkasse (die Volksbank hat zu gemacht), Supermarkt, 2 Autowerkstätten eine mit Zeitungsladen, mehrere Frisöre.
    In der Straße in der ich als Kind gewohnt habe (in einem anderen Dorf) gab es einen Tante Emma Laden. Der muss schon Anfang der 80er zugemacht haben, danach war da ein Sportgeschäft, dann ein Second Hand Laden, seit der in den leeren Schlecker umgezogen ist, steht der Laden leer.
    Meine Eltern betreiben in 3. Generation ein Haushaltswarengeschäft mit Fahrrädern und Geschenkartikeln. Gegründet hat es mein Urgroßvater. Er verkaufte und reparierte nur Fahrräder. Meine Uroma hat dann noch Haushaltswaren dazu genommen. Als meine Oma dann meinen Opa heiratete kam Elektroinstallation dazu. Der Betrieb war in den 70ern und 80ern recht groß mit mehreren Gesellen (mein Vater war einer davon). Mitte der 90er haben dann meine Eltern übernommen, da gab es den Elektroinstallationsbetrieb schon ein paar Jahre nicht mehr. Wenn meine Eltern in den Ruhestand gehen, wird das Geschäft sicherlich geschlossen. Die Konkurenz auf der grünen Wiese und im Internet ist einfach zu groß. Noch lohnt es sich halbwegs, ist aber eben auch viel Arbeit.
    So das wwar jetzt aaber ein langer Kommentar ;o)
    Liebe Grüße
    Jennifer

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    1. Hallo Jennifer,

      Du bist also quasi noch "überversorgt" vor Ort ;) Manche Sachen gab es hier im Ort noch nie, aber wir sind ja auch ein ganz kleines Dorf gewesen - wenn auch Verwaltungssitz.

      Einen Schlecker hatten wir auch - tja, traurige Geschichte. Bis vor ein paar Tagen war dort eine Videothek und was danach kommt? Glaube eine Massagepraxis ;)

      Du bist also vom Fach, so könntest Du das elterliche Geschäft weiterführen ^^ aber da wäre Dein Name dann wohl nicht passend, von wegen "Tante Emma" ;)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  7. Lieber Björn, es ist eine Schande, dass diese Geschäfte und "Emmalädchen" ausgestorben sind. Wir haben hier 300 Einwohner in meinem Ort und ich wünschte, es gäbe so einen kleinen, feinen Laden, in dem man das Nötigste bekommen würde. Aber das rentiert sich einfach nicht für die Geschäftsleute.... leider.

    Ganz liebe Grüße aus Österreich!
    Und ich wollte schon lange mal DANKE für deine immer so lieben Kommentare sagen - ich komme momentan kaum dazu, überhaupt in Blogs zu stöbern, der Ausflug grad hierher hat sehr gut getan :)

    Nora

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    1. Hallo Nora,

      mit dreihundert Einwohnern wohnst Du ja in einem wirklich sehr kleinen Ort, zu unserer Gemeinde gehören auch solch kleine Dörfer - die haben es teilweise noch ein paar Kilometer weiter wie wir.
      Für die Leute ohne Mobilität ist es dann sehr schwer.

      Ich schicke Dir ganz liebe Grüße aus dem Odenwald zurück ;)
      Und "Bitte" immer wieder gerne geschehen.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  8. Hallo Björn,
    so ähnlich war es bei uns auch - damals... Da gab es einen A&O und einen Mini-EDEKA und ein Postamt (jetzt eine Agentur). Und in der Stadt (Freiburg - eine gefühlte Weltreise entfernt): ja, da gab einen Kaufhof (immer noch) und Herti (jetzt Karstadt) und es gab ein "Kaufhaus für alle" (KFA). Kennst du das auch? War als Kind mein Lieblingsladen in Freiburg. Da gab es einfach ALLES! :-)
    LG Calendula

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    1. Hallo Calendula,

      ein "Kaufhaus für alle" kenne ich nicht - ganz ehrlich habe ich davon noch nie gehört ^^
      Ich habe natürlich ganz schnell nachgeschaut, die Familie Knopf betrieb diese Filialen und sie wurden später an C&A verkauft :)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  9. Lieber Björn,
    ich hab eben gerade versucht, mit meinem IPad bei Dir
    zu kommentieren, klappt sonst immer , aber heute tippe
    ich nur vorsichtig auf einen Pfeil an der Seite und da steht
    Keine Macht dem Bilderklau :-( Ich wollte aber doch gar keine
    Bilder klauen und frage mich was ich falsch gemacht habe?!
    So, jetzt zu Deinem Post :-) ich mochte Tante Emma Läden immer
    sehr gerne, man ging ja nicht nur hin um ein paar Kleinigkeiten
    einzukaufen sondern auch um einen "Klönschnack" zu halten.
    Heute werden die Supermärkte immer größer und unpersönlicher
    und ich weiß, dass gerade ältere Menschen damit Probleme haben.
    Auch bei uns musste leider so ein kleiner Laden schließen, was ich sehr
    schade finde.Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und hoffe, dass
    ich noch herausfinde, was ich eben gerade beim Lesen Deines Posts
    mit dem IPad falsch gemacht habe, jetzt habe ich lieber vom PC aus
    kommentiert.
    Liebe Grüße
    Christina

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    1. Hallo Christina,

      eigentlich hätte alles ganz normal funktionieren sollen ^^
      ich habe diese Sperre nun herausgenommen - damit sollte alles mit Deinem IPad funktionieren.

      Diese "Klönschnack", bei uns wohl "Schwätzchen" genannt waren ein wichtiger Grund für diese kleinen Läden - hier erhielt man ganz nebenbei die neuesten Informationen aus dem örtlichen Geschehen ;)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  11. Lieber Björn,
    ich bin in einer kleinen Stadt aufgewachsen, aber auch da gab's diese Tante-Emma-Läden. In unserem Viertel war es ein Milchladen. Es gab frische Milch, die ich jeden Abend in der Milchkanne geholt hab. Ab und zu durfte ich mir für ein Zehnerle eine Schlagsahne in der Waffel kaufen. Einen Laden mit einem eigenartigen Sortiment gabs auch, dort wurde Damenunterwäsche, Kurzwaren und Berufskleidung angeboten. Die Verkäuferinnen trugen blaue Kittelschürzen, nahmen Maß bei den Damen und suchten Ihnen die passenden "Rüstungen" heraus. Gleichzeitig war das jahrelang der einzige Laden der Lewis-Jeans verkaufte.
    Die Haushaltswarengeschäfte vermisse ich auch und die Eisenwarenhandlungen. Früher konnte man schnell mal vier Schrauben kaufen. Heute muß man im Baumarkt gleich die ganze Packung nehmen.
    Weil ich fürchte, dass außer den Tante-Emma-Läden, auch andere zumachen, weil sich's nicht mehr rentiert, kaufe ich fast nichts online. Außerdem macht es mir mehr Spass was ich kaufe, zu begutachten und in Händen zu halten.
    Ich möchte auch nicht bewerten, was besser ist. Nur für mich soll manches bleiben und dazu gehört auch das Einkaufen in einem richtigen Laden. Am liebsten in einem, dessen Besitzerin mich mit Namen nennt :-)
    Lieben Gruß + schönes Wochenende
    Sabine

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    1. Hallo Sabine,

      hier haben auch einige Leute jeden Abend mit der Milchkanne ihre frische Milch geholt, allerdings später direkt vom Bauern, heute gibt es in unserem Ort keine Milchkühe mehr - eigentlich nur noch Pferdewirtschaft.

      Die Sache mit den Schrauben stimmt, in den Baumärkten gibt es meist nur größere Packungen, allerdings kann man im Landmaschinenhandel meist auch einzelne erwerben - aber wieder acht Kilometer entfernt ;)

      Geschäfte wo die Besitzer mich persönlich kennen gibt es eigentlich hier keine mehr.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  12. Zu meiner Zeit als Kind gab es schon einen ALDI-Markt in der Stadt (heute sind es natürlich mehrere). Aber natürlich gab es auch noch die kleinen Läden. Und ich denke, warum es sich heute auch nicht lohnt, diese als Zubrot zu führen, ist dass nicht mal mehr die Ladenmiete davon finanziert werden kann. Also wäre das ein Minus-Geschäfft.
    Ich finde das schon etwas schade, denn ich mag beides. Ich mag diesen Luxus, fast alles in einem Supermarkt kaufen zu können, ich mag aber die etwas familiärere Atmosphäre und den persönlichen Kontakt.
    Worüber ich mich letzten noch unterhalte habe, sind die Öffnungszeiten von früher. Samstags musste man sich schon etwas beeilen, wenn man da noch etwas kaufen wollte. In der Woche gab es auch noch die große Mittags-Ruhe und am Abend um war halb sieben Schluss! Und trotzdem hat es doch immer jeder geschafft, seine Sachen zu kaufen, oder? :)

    LG
    Angela

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    1. Hallo Angela,

      boah, wart Ihr modern ;) Aldi gab es erst sehr spät in unserer Gegend und dann so 20 Km entfernt - Wahnsinn oder? Heute ist der nächste so vier Km entfernt von meinem Wohnort.

      Wenn man Miete zahlen muß, dann rechnet es sich wahrscheinlich wirklich nicht, früher waren ja die meisten Läden im Privatbesitz im Haus der Besitzer - heute natürlich nicht mehr :)

      Mit den Öffnungszeiten hast Du vollkommen recht, aber die Backfiliale hier hat auch noch diese Mittagsruhe - gibt es hier noch häufiger, eigentlich nicht mehr passend finde ich :) Aber abends gehe ich eigentlich auch nicht einkaufen, doch für manche Berufsgruppen ist es wahrscheinlich gut, wenn die Geschäfte lange aufhaben.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  13. Deinem Schlusswort kann ich voll und ganz zustimmen, Björn.
    War es früher besser? Es war auf jeden Fall anders. Einiges war sicherlich besser, anderes ist heute besser. Ich glaube, man neigt aus nostalgischen Gründen früher vieles besser zu finden. Schließlich denke ich auch wehmütig daran, wie es war als ich noch ein Kind war oder ich einfach noch richtig jung war...^^

    Auch bei uns sind alle kleinen Geschäfte verschwunden, an die ich mich aus meiner Kindheit erinnere. Es war schon für den täglichen Einkauf in solch kleineren Läden einzukaufen, finde ich. Heute mache ich meist einen großen Wocheneinkauf.

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hallo Sonja,

      ja, im Rückblick sieht man oft nur die schönen und guten Dinge - so manches negative hat man verdrängt oder vergessen :) Oh ja, etwas jünger und die Erfahrung von heute, aber ohne die körperlichen Gebrechen ;) wäre schon schön :)

      Wenn man hier einkaufen möchte, dann muß man ins Nachbarort - ca. 4 km - da gibt es dann gleich drei Märkte direkt nebeneinander.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Björn :)

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  14. Hallo, lieber Björn,
    bevor ich abreise möchte ich mich auch nochmal kurz melden ;o)! Was für mich früher wirklich der OBERHAMMER gewesen ist, war der Milchmann, mit seinem Auto, der in unserer Kleinstadt die Straßen abfuhr und bei ddem wir unseren Liter Milch und Brötchen holten ;o)! Das war schön ;o)! Hmmm und wenn ich die Auswahl hätte zwischen " Tante Emma Laden " und Supermarkt, mich würde es immer zu der "Tante Emma" ziehen ;o)! So, der Koffer ist noch nicht ganz fertig ;o)! Pass auf dich auf und viele, liebe Grüße,Petra

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    1. Hallo Petra,

      hat mich sehr gefreut :) So einen fahrenden Milchmann gab es hier nicht, aber ich habe mal so einen alten Wagen gesehen - den hätte ich auch genommen ;) Jetzt wünsche ich Euch eine schöne Reise und einen tollen Urlaub :)

      Liebe Grüße
      Björn :)

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  15. Der Björn der schreitet hihi...
    Hallo Björn, der Verdienst an Lebensmitteln ist irre gering. Und somit ist es eigentlich nicht möglich davon zu leben, auch nicht als Zubrot, dafür sind die Kosten zu hoch. Miete, Versicherungen, IHK etc... Wir hier im Frankenland haben den Vorteil des Knoblauchlandes und es gibt viele Bauern mit Hofladen und auf dem Marktplatz in Erlangen steht eigentlich immer ein Bauer mit seinem Stand. Und bezahlbar ist es auch.
    Die Menschen hier sind bewußter und gehen nicht so viel zu den Discountern. Wir haben einen kleinen Supermarkt im Dorf und ich kaufe immer da, er soll ja bleiben. Lg. Tonja

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    1. Hallo Tonja,

      "Knoblauchland" hört sich irgendwie interessant an, den Begriff habe ich noch nie gehört :)
      Wir haben in unserem Dorf gar keinen reinen Lebensmittelhändler mehr - da muss man so vier Kilometer fahren ...

      Liebe Grüße und einen wunderbaren Dienstag für Dich
      Björn :)

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  16. Hallo Björn,

    als ich ein kleines Kind war, haben wir im süddeutschen Raum in einem kleinen Dorf gewohnt. Dort gab es ein Backhäuschen, eine Sparkasse (die im Keller eines Privathauses 3 x die Woche geöffent hatte und wo man gleichzeitig auch Artikel eines großen Versandhauses bekommen konnte) und natürlich auch einen kleinen Tante Emma-Laden. :)
    Von all dem ist heute leider nicht mehr viel übrig. Schade eigentlich.

    Liebe Grüße und danke für den schönen Beitrag, Selma

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    1. Hallo Selma,

      so eine Sparkasse im Privathaus kenne ich, die gab es hier auch - heute gibt es sogar noch einen Sparkassenbus *lach* der fährt in die kleineren Orte :)

      Stimmt, schade :)

      Liebe Grüße und einen schönen Dienstag für Dich
      Björn :)

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