Damit hast Du nicht gerechnet?



Hallo zusammen,
Rechnen – eines der wichtigsten Schulfächer überhaupt, als ich in die Schule kam tatsächlich noch mit „Rechnen“ tituliert – heute vielfach in „Mathematik“ abgeändert.

Was hat man sich als junger Pennäler geplagt mit dem kleinen und dem großen „1x1“, doch war dies ja nur der Anfang. In der Grundschule kamen dann diese ganzen Kreise und Dreiecke ins Spiel – Mengenleere, aber um all dies soll es eigentlich nicht wirklich in diesem Beitrag heute gehen.

Bekam man die verschiedenen Rechenaufgaben in der Grundschule ja noch halbwegs locker ohne Hilfsmittel gelöst wurde es in den späteren Schuljahren immer schwerer. Ach ja, wie oft hätte man sich gewünscht einen Taschenrechner nutzen zu dürfen – grummel – leider war dies tunlichst verboten, aber mal ganz ehrlich, wer rechnet heute noch komplizierte Sachverhalte ohne ein solches Hilfsmittel aus?

Später im Beruf war dieses frühere Taschenrechnerverbot natürlich vergessen – glücklicherweise. Ganz im Gegenteil, mit den ersten Computern standen ganz neue Hilfsmittel zur Bewältigung der verschiedenen Aufgaben zur Verfügung. Schöne Sache, aber manchmal denke ich dann, wie haben die das früher gemacht?

 In der Zeit bevor die digitale Datenverarbeitung Einzug in die Büros gehalten hat und als Taschenrechner für ein paar Pfennig in fast jedem Supermarkt zu haben waren?

Dabei sind ja Rechenhilfen schon wesentlich älter als man denkt und nicht erst zu Taschenrechner Zeiten reichlich genutzt worden. Rechenuhren, Rechenschieber, Addier- und Rechenmaschinen, oh ja, die Liste ist groß an den unterschiedlichsten Hilfsmitteln um das Rechnen zu vereinfachen.

Rechenhilfen gab es also viele in den zurückliegenden Jahrhunderten, ein paar habe ich sogar gesammelt ;)

Was hier auf der Seite zu sehen ist, ist eine typische „Rechenmaschine“ – also eine Maschine die bestimmte mathematische Berechnungen automatisiert ausführen kann. Die ersten Rechenmaschinen waren rein mechanisch und teilweise äußerst kompliziert in ihrem Aufbau.

Man unterscheidet verschiedene Typen von Rechenmaschinen nach der Art der Rechenarten, welche sie beherrschten.

· Einspezies (nur Addition)
· Zweispezies (Addition und Subtraktion)
· Dreispezies (Addition, Subtraktion und Multiplikation)
· Vierspezies (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division)

Diese verschiedenen Typen wurden in unterschiedlichen mechanischen Ausführungen hergestellt, später kamen auch noch elektromechanische hinzu.


Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, die Maschine hier im Bild.

Es handelt sich hierbei um eine Rechenmaschine die wir der letzten Kategorie zuordnen können – eine Vierspezies Rechenmaschine. Man nennt diese auch „Sprossenrad-Rechenmaschine“ was auf die mechanische Umsetzung abzielt. Ich möchte hier aber nun nicht allzu sehr ins technische Detail abdriften – sicher werden wir noch mehr solcher Maschinen in meinem blog zu sehen bekommen, irgendwann ;)

Hersteller dieses mechanischen Wunderwerkes war die Firma Walther aus Niederstotzingen, diese Firma gibt es noch heute, allerdings produziert man keine solche Maschinen mehr sondern Sportwaffen – ich habe solche bereits genutzt.

Die Maschine im Bild ist eine Walther WR 16, sie wurde in den 1950er Jahren gebaut. Das gute Stück hat folgende Abmessungen: 20,5 x 13,5 x 13 cm (B/H/T) und wiegt gut 4,3 Kg. Das Ergebniswerk hat stolze 16 Stellen, man konnte also Berechnungen bis zu

9 999 999 999 999 999 ausführen, auf gut deutsch bedeutete es
 9 Billiarden, 999 Billionen, 999 Milliarden, 999 Millionen, 999 Tausend, 999
 – und nun schaut einmal auf Euren Taschenrechner wie weit dieser mit seiner Digitalanzeige kommt ;)

Die Bilder stammen übrigens von „Nobby“ – vielen Dank dafür – schaut Euch doch seinen Blog an, Ihr findet ihn hier!



Habt Ihr mal mit einer solchen Rechenmaschine gerechnet?
Hm, demnächst werde ich Euch mal zeigen wie man damit multipliziert hat....

Lieben Gruß
Björn :)



Was Ihr dazu meint...

  1. Hallo Björn,
    dein Rechen-Bericht ist sehr interessant. Ich bin froh gewesen, dass ich so eine Maschine nie gebraucht habe. Ein Rechenschieber hat mir aber geholfen. :-)

    Danke. Und ich wünsche dir einen guten Tag.
    Liebe Grüße, Margot.

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    1. Hallo Margot :)

      ich habe zwar mehrere Rechenschieber, aber ich kann damit nicht rechnen ;)
      Dafür kann ich aber mit dieser Art Maschine rechnen und es macht wirklich Spaß :)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  2. Irgendwie kommt mir die bekannt vor...

    LG
    Elke (aus Berlin diesmal)

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    1. Hallo Elke :)

      ...du hast wohl damit doch noch gerechnet ;)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  3. Hallo Björn,
    ein spannendes Thema. Passend dazu kann ich einen Besuch im Bonner Arithmeum mit einer Sammlung mechanischer Rechenmaschinen empfehlen: http://www.arithmeum.uni-bonn.de/de/museum/
    LG Selma

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    1. Hallo Selma :)

      ist sicher eine sehr interessante Ausstellung :)
      In Paderborn gibt es so etwas ähnliches, das Heinz Nixdorf Forum http://www.hnf.de/
      da gibt es wohl auch eine Sammlung mit solchen Maschinen :)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  4. Juhu Björn!
    Was für ein cooles Teil. Aber ganz ehrlich: Ich bin froh das man heutzutage mit jedem Handy rechnen kann. Vorallem für so schlechte Mathematen wie mich :)

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    1. Hallo Steffi :)

      ganz ehrlich? Ich bin auch froh mein Handy immer dabei zu haben und damit immer einen Taschenrechner zur Hand ;) Aber so alte Technik ist trotzdem faszinierend, was für ein Aufwand man getrieben hat - eigentlich unbezahlbar :)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  5. Wow - tolles Teil, mich faszinieren diese alten mechanischen Präzisionswerke, aber das wäre mir wohl zu kompliziert...

    Liebe Grüße - Monika

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    1. Hallo Monika,

      sooo kompliziert ist es gar nicht, aber die Reparatur dürfte wohl ziemlich schwer werden ;)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  6. Super interessant :)
    Wünsche dir einen herrlichen Tag, auch wenn es regent.
    Liebe Grüsse Babs

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    1. Hallo Babs,

      Den wünsche ich Dir auch - grüße an die Nudlies :)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  7. Sehr interessant,
    habe zwar schon von diesen Geräten gehört, bisher aber noch keines gesehen.
    Ich sechmal, so ein Ding mit zur Schule zu schleppen muss fürchterlich anstrengend gewesen sein....

    Liebe Grüße
    Holger

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    1. Hallo Holger,

      ich habe eine ganze Reihe davon in meiner Sammlung, wobei diese hier gehört nicht mir.
      Naja, die Maschinen waren weniger für Schulen als für firmen gedacht und damals ähnlich teuer wie später ein PC.

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  8. Diese moderne Technik ist doch Teufelszeug. Wer braucht schon 16 Stellen?
    Zoe hat einen guten, alten Tisch-Abakus ohne Zahnräder und ähnlichen hypermodernen Firlefranz :)

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    1. Hallo Sebastion,

      so ein Abakus ist natürlich auch was feines, mit noch weniger materiellem Aufwand wird da ein ähnlicher Effekt erzielt :)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  9. Hallo Björn,
    Da hast Du ja toll recherchiert zu der alten Maschine und
    einen sehr interessanten Post daraus gemacht :-) !

    Liebe Grüße,
    Nobby

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    1. Hallo Nobby,

      Danke - aber natürlich tun Deine Bilder es auch sehr gut Illustrieren.

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  10. Hallo Björn,
    ich gebe es unumwunden zu, ich bin eine wirklich große Matheniete ;o)!Aber an so einem Maschinchen zu rechnen, würde mich durchaus reizen ;o)!Einen wundervollen Resttag und viele, liebe Grüße,Petra

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    1. Hallo Petra,

      Mathematik an sich gehört auch nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen,
      aber mit so einer Maschine zu rechnen macht schon mal Spaß, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann ;)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  11. Ich habe dir einen Blog-Award verliehen :)

    http://perlchennoir.blogspot.de/2013/09/kaum-ist-man-mal-eine-zeit-lang-nicht.html

    Liebst, dein Perlchen Noir

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    1. Hallo Perlchen,

      ich Danke! Bitte habe etwas Geduld und ich werde auch meine Antworten auf Deine Fragen hier veröffentlichen :)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  12. Was für ein Teil!!!
    Wow... unglaublich, dass es solche Teile mal gab.
    Ich kenne sie gar nicht, aber es bewirkt in mir trotzdem das, was alles was mit Mathematik bzw. Rechnen^^ zusammenhängt... absolute Verwirrung und den Drang wegzulaufen.^^

    Liebe Grüße
    Sonja

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    1. Hallo Sonja,

      *lach* sooo schlimm ist es gar nicht, ganz im Gegenteil wirklich faszinierend wie man nur durch mechanische Abläufe Rechenergebnisse erhält. Und als altes Spielkind mag ich ja immer so Sachen wo man dran herumkurbeln kann ;)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  13. Interessante Maschine. Ich mag alte Technik. Gerechnet habe ich mit so einer noch nie. Ich durfte mal bei einen Antiquitätenhändler eine kleinere ausprobieren.
    Als die ersten Taschenrechner in Umlauf kamen, war ich in der 6.Klasse und die Teile waren richtig teuer und nachdem unser Lehrer auch endlich mitbekommen hatte, dass es so etwas gab streng verboten.

    Gruß Detlef

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    1. Hallo Detlef,

      ich habe mehrere Rechenhilfen Daheim, darunter auch ähnliche Maschinen und es ist wirklich immer wieder faszinierend wie man ohne Elektronik und rein mechanisch solche Leistungen erzielen konnte.

      Meinen ersten Taschenrechner habe ich bei meinen Eltern gesehen und es war ein kleines Heiligtum ;)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  14. Hallo Björn,

    wie alt muss man denn heute sein, um damals in den 50er Jahren in der Schule damit gerechnet zu haben? Also, mich gab es damals jedenfalls noch lange nicht und vielleicht kenne ich dieses Maschinchen deshalb nicht. Zumindest sieht es aber toll aus und es hat bestimmt einiges an Freude gebracht, damit zu rechnen. Ein Abakus, wie ich ihn kenne, ist ein "Nichts" dagegen! Bei uns gab es dann in den höheren Klassenstufen den Rechenschieber, auch den verwendet keiner mehr. ;-)

    ♥lichst

    Gabi

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    1. Hallo Gabi :)

      mich gab es damals auch lange noch nicht, selbst an Planung war noch nicht zu denken ;) Ich denke auch man hat diese Maschinen eher nicht an Schulen verwendet sondern in Unternehmen. Es waren quasi die Vorläufer der späteren PC, die man ja teilweise heute noch "Rechner" nennt. Eine ähnliche Maschine kostete so um 1950 fast 600 Mark und es war damals ein Haufen Geld.

      Ehrlich gesagt, es macht auch heute Freude damit zu rechnen ;)

      Rechenschieber habe ich einige Daheim, aber ich kann sie nicht benutzen, bin wohl zu jung oder zu b..d dafür ;)

      Lieben Gruß
      Björn :)

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  15. Lieber Björn,
    was für ein tolles Gerät. Wahnsinn. Ich finde diese Maschinen nicht nur nützlich, sondern auch sehr schön. Als ich 1991 anfing, im Büro zu arbeiten, hatten wir noch keine PCs. Da gab es noch Schreibmaschinen und eben auch Rechenmaschinen. Natürlich nicht so eine tolle wie Deine. Manchmal sehne ich mich doch sehr nach all dem zurück. Denn da tickten die Uhren noch langsamer.

    Ganz liebe Grüße
    Birgit

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  16. Lieber Björn,

    als ich meine erste Ausbildung im Großversandhaus Quelle machte, hatten wir noch Rechenmaschinen. Zwar nicht so aufwendig wie diese hier, aber auch interessant. Damit wurden die Einzahlungsbelege eines Tages aufaddiert und mit der Summe auf dem Konto verglichen - so richtig schön altmodisch noch.
    Später habe ich auch eine ganze Zeit lang noch am Magnetkartenschreiber gesessen - kennst Du die. Das waren sehr große Schreibmaschinen mit einem externen Speicher, in die die Magnetkarten mit Textbausteinen geschoben wurden. Dann hatte ich eine Schreibmaschine mit Displayzeile und danach eine Schreibmaschine mit Monitor - die war richtig kompliziert und außer mir konnte niemand darauf schreiben. Naja, dann kamen die PCs, zuerst richtig dicke Kästen und da wurden irgendwann Flachbildschirme daraus. Erstaunlich, wie sich die Technik in wenigen Jahren geändert hat.

    Ganz liebe Grüße,
    Tanja

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