Be-Be Strop.


Hallo Ihr Lieben :)

"...es bleibt als Mann dir ja nichts erspart
im Gesicht es sprießt und wächst enorm
da brauchst´nen Rasierer sonst kommt´s aus der Form


Heut nimmt man Elektro oder auch Nass
jeder wie er beliebt, oder wie es ihm macht Spaß
doch als das Geld war knapp in früheren Jahren
da mussten die Männer noch sparen
ich sag es jetzt mal ganz salopp

sie griffen einfach zum Be-Be Strop"

Ich den 1920er Jahren waren die Rasierklingen ein teures Gut, man mag es kaum glauben, so suchte Mann Abhilfe um etwas Geld zu sparen. Den selbst die Barthaare setzten den scharfen Klingen doch sehr zu und immer wieder musste eine neue gekauft werden - was tun? Zum glück hatten findige Köpfe Gerätschaften erfunden um die Rasierklingen wieder zu schärfen - Rasierklingenschärf-Apparate also :)





Oben seht Ihr ein solches Gerät - es handelt sich um einen "Be-Be Strop", hergestellt wohl in den 1920er Jahren des letzten Jahrhunderts, aber auch heute noch absolut funktionsfähig. Damals baute man noch aus Metall und nicht aus Plaste - allerdings für die heutigen Multiklingen dann auch wieder nicht zu gebrauchen.

Schauen wir uns doch mal so ein Meisterwerk etwas genauer an....


Auf den ersten Blick kann man schon erkennen, es gibt eine Kurbel und zwei "Walzen" in dieser Apparatur....hm...soweit der erste Einblick.

An der Seite der Kurbel sieht man ein Zahnrad und eine Art "Drehkreuz" - links im Bild hoffe ich gut zu sehen. Wenn man an der Kurbel etwas dreht sieht man, dass die "Walzen" in der Mitte nur halbe "Walzen" sind. Aber wie soll damit eine Klinge geschärft werden?



Wenden wir uns also der Funktionsweise dieses Klingenschärfers zu. Zunächst muss eine Rasierklinge in den Apparat - diese wird mittig eingeschraubt.  Moment, noch einmal drehen....fertig. So - jetzt sitzt die Rasierklinge genau in der Mitte auf den beiden "Walzen" auf. Diese sind nichts anders als die beiden Schleifvorrichtungen. Ich hoffe man kann dies auf der linken Abbildung sehen....


So - und nun wird gekurbelt *lach* immer im Uhrzeigersinn rundherum. Oh, ich bin zu schnell? Sorry. Ich mach etwas langsamer, ihr wollt ja sicher sehen was passiert. Gut, noch mal langsam gekurbelt....


Ihr seht, mit dem Kurbeln drehen sich die beiden Schleifwalzen. Gleichzeitig dreht sich auch die Rasierklinge in der Mitte, damit wird sichergestellt, dass auch wirklich beide Seiten geschliffen werden ;)

Einfach aber effektiv und es macht Spaß - da kommt das Kind im Manne wieder hervor ;)

So weiter gekurbelt...und schwupps sind wir wieder am Anfang. Natürlich reicht es nicht einmal komplett herumzudrehen, da muss man schon etwas mehr kurbeln um die Klinge wieder richtig scharf zu 

machen..... puh, ganz schönes gekurbel und gedrehe.


So, ich denke damit kann man es gut nachvollziehen wie dieser alte Apparat funktioniert. Ist doch eine gute Idee - oder was meint Ihr?

Ihr glaubt gar nicht was dieser kleine Beitrag für eine Arbeit gemacht hat *lach* Bilder machen  - Bilder bearbeiten und hier einfügen *schwitz* aber es hat sich gelohnt. Übrigens habe ich etwas geschummelt ;) Die Bilder hier zeigen in Wirklichkeit zwei verschiedene Apparate, ich besitze nämlich zwei - seht Ihr auf dem Bild unten. Da ich noch weitere dieser Apparate besitze, werde ich irgendwann sicherlich wieder mal so etwas in meinem blog bringen....

Hoffe es war interessant für Euch, mir hat es Spaß gemacht.
Habt Ihr Fragen, Ideen oder ähnliches - schreibt mir doch einfach.

Liebe Grüße
Björn :)



Was Ihr dazu meint...

  1. Hallo Björn,

    heute ist man leider nur aufs Wegwerfen fixiert (zumindest seitens der Industrie).
    Mit solchen Geräten könnte man viele Ressourcen, Energie und Geld sparen. Wahrscheinlich wird sowas deswegen nicht mehr produziert.

    Liebe Grüße
    Thomas

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  2. Ja, das ist wirklich mal wieder sehr interessant.
    Früher wurde eben nicht direkt neu gekauft, es wurde auch hochwertiger produziert...wie ich finde.
    Dass es aber ein Klingen-Schleif-Dingen gab, das wusste ich nicht ;)

    LG
    Angela

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    1. Stimmt, es war vieles haltbarer als heute!

      Es gab sogar verschiedene Klingenschärfer.

      schönen Gruß Björn

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  3. Was es alles schon gab...ich bin verblüfft;-)...interessanter Bericht, vielen Dank.

    LG Heike

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    1. Bin auch immer wieder verblüfft!

      schönen Gruß Björn

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  4. Hehe, dann paß auf, dass Du dich nicht beim Rasieren schneidest. Ber derat geschärften Klingen :)
    Ja, Dein Bericht ist nachvollziehbar und dafür hat sich die Mühe gelohnt.

    Liebe Grüße
    Holger

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  5. Hallo Björn,

    wooooooow... man hat die Klingen früher also geschliffen??? Das wusste ich nicht... aber bei Dir lernt man sowieso immer wieder Neues... bzw. Altes kennen. Sehr beeindruckend!

    Liebste Grüsse,
    Silvi

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    1. Gelle ×lach× bin selbst immer wieder erstaunt!

      schönen Gruß Björn

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  6. Tolle Sache...eigentlich wäre das doch durchaus auch etwas für die heutige Zeit...würde die Müllberge reduzieren...;-) LG Lotta.

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    1. Stimmt! Aber dann würden wohl die Hersteller nicht mehr so viel an den Wegwerf-Rasieren verdienen.

      Es geht wohl auch dabei immer nur um das liebe Geld ;)

      Schönen Gruß
      Björn

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  7. Lieber Björn,

    vor etwa hundert Jahren gab es die heutige Wegwerf-Mentalität nicht, da wurden Rasierklingen geschärft, wenn sie nicht mehr so wollten. Das zu erfahren, ist mal wieder sehr interessant. Ich habe noch ein Rasier-Messer aus dieser Zeit, auch sowas benutzt ja heute privat noch kaum jemand. Dein Bericht und die Fotos sind einfach toll!

    ♥ Gabi

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    1. Danke :)

      Ja, die Rasierklingen waren einmal zu teuer um sie nur einmal zu benutzen (kann man kaum glauben) deshalb kaufte man sich Schärfapparate - war eigentlich eine gute Sache - heute quasi undenkbar.

      Schönen Gruß
      Björn

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