Beerfelder Galgen.


Hallo zusammen :)

Ok die Tage sind Trübe und normalerweise müsste ich bunte Frühlingssachen als neuen Beitrag bringen ;) aber ich schwimme mal gegen den Trend an und bringe etwas ebenso düsteres.

Heute nehme ich Euch an einen Ort mit, welcher schon viel Leid gesehen hat. In der Nähe des Odenwälder Ortes Beerfelden steht der größte und besterhaltene Galgen  von ganz Deutschland. Und, gleich vorweg, der ist nicht einfach so einem Galgen nachempfunden sondern ein echter erhaltener Galgen. *brrr* 



Der Galgen ist ein "dreischläfriger" Galgen. Was bedeutet er ist in der Form eines Dreieck aufgestellt und hat drei Richtbalken. Diese Balken ruhen auf drei Säulen aus Rotsandstein. Der heutige Galgen wurde im Jahr 1597 errichtet, anstelle eines Holzgalgen, welcher sich zuvor hier befunden hatte. Sonst hört oder liest man ja nur davon - hier nun im Bild.


Die jetzt hier angebrachten Haken sind nicht mehr die ursprünglichen Originale. 







Auf diesem Kreuz im Boden konnten die Deliquenten noch eine letzte Buße ablegen, ehe sie hingerichtet wurden. Ob man damals wirklich ein faires Verfahren bekommen hat? Hat man überhaupt ein Verfahren bekommen? Oder wurde man einfach verurteilt und gut war ....


Die Gerichtsherren in der ehemaligen Oberzehnt waren die Grafen von Erbach, deren Familie noch heute im Odenwald sesshaft ist. Wir werden dieser Familie in meinem blog sicher noch mehr begegnen ;)


Im Jahr 1804 fand die letzte Hinrichtung statt,
eine "Zigeunerin" wurde wegen Diebstahl gehängt.

Wie viele Menschen genau hier den Tod gefunden haben
ist leider nicht genau überliefert. Im Jahr 1806 wurde den
Grafen von Erbach die Gerichtsbarkeit von Napoleon entzogen,
wodurch die Verhängung der Todesstrafe endete.


Für die Personen welche hier den Tod gefunden haben
dürfte das Motto meines blog "C´était une belle époque"
wohl nicht gegolten haben...

Hoffe es hat Euch dennoch gefallen,
dieser kleine Ausflug zum Beerfelder Galgen. Wenn Ihr in der Nähe seid,
schaut ihn Euch doch mal vor Ort an - schöne Gegend.

Hoffe dieser kleine Ausflug hat Euch gefallen - sorry für die düsteren Bilder -
das Wetter passte zum Galgen - dementsprechend kommt es auch hier rüber ;)

Es grüßt Euch Björn :)

Was Ihr dazu meint...

  1. Hallo Björn,

    der steht doch in Richtung Grasellenbach, oder? Wir waren dort mal mit den Hunden wandern und haben den Galgen entdeckt - schon etwas gruselig.
    Auf den Bildern fehlen nur noch ein paar Raben, dann wäre das Cover für ein Horror-Buch fertig ;)

    Liebe Grüße,
    Isabella

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Er steht direkt bei Beerfelden auf der Höhe :)

      Löschen
  2. Oh ja, dorthin haben wir als Schulkinder mal einen Ausflug gemacht. Das war so richtig unheimlich - und wir hatten ein Räuber-Lied (Kanon) gelernt, das lautete:
    Blut, Blut, Räuber saufen Blut.
    Mord und Brand und Pulverdampf sind gut.
    Hoch vom Galgen wimmert's, hoch vom Galgen wimmert's.
    Blut, Blut ........ :-)
    Tja ist ewig lange her.

    Lieben Gruß
    Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na ist mal ein netter Vers - absolut passend ;)

      Löschen
  3. Wow, sehr beeindruckend.
    Die düstere Stimmung passt natürlich hervorragend. Ich find die Bilder super.
    Danke Björn, dass du uns hier mal wieder mit nimmst in die deutsche Geschichte.

    LG
    Angela

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Björn, das Du Dich bei dem Wetter nicht gleich daran aufgehä.... hast grenzt an ein Wunder. Schönen Abend noch.

    Lg. Tonja

    AntwortenLöschen
  5. Da bekomme ich Gänsehaut! Wie unglaublich Schreckliches ist da passiert. Eine Hinrichtung war ja auch immer ein "Volksbelustigung". Da sind die zu Massen hingegangen. Sensationsgier oder Katastrophentourismus, wie man es heute ja immer noch von Gaffern bei Unfällen oder anderen Unglücken her kennt. Scheint der Menschheit in den Genen zu liegen... Gut, dass es solche Orte wie den Beerfelder Galgen noch gibt, die einem immer mal wieder daran erinnern.
    LG
    Calendula

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Björn,

    vielen Dank für den interessanten Post! Bei uns gibt es noch zwei Flurgebiete mit Namen "Galgenberg" und einen "Gerichtshügel". Sie sind kaum 2 km voneinander entfernt. Ich mache mir oft Gedanken, warum man zwei Galgen auf so kurzer Distanz baut, da es nur ein Gericht in diesem Bezirk gab. Man erzählt sich noch Geschichten darüber, aber den genauen Standort der Galgen konnte mir keiner mehr nennen. Angeblich stand bei dem einen Galgen, der 1570 noch in Karten eingetragen wurde, ein turmähnliches Blockhaus halb in schwarz und weiß gestrichen. Es wurde bei diesem "Turm" früher Gericht gehalten und die Strafe dann vor Ort ausgeführt.

    Da ich ein eher stiller Leser bin, dir an dieser Stelle noch ein großes Kompliment an deinen Blog!

    Liebe Grüße

    Carola

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen lieben Dank für das Kompliment - hat mich sehr gefreut :)

      Löschen
  7. Hallo Björn....ich fand deinen Bericht hoch interessant, auch wenn mir beim Lesen eine Gänsehaut kam:-). Vielen Dank für den interessanten Bericht.

    LG Heike

    AntwortenLöschen

alltagserinnerungen.de | Design and Content © Erinnerungen aus dem Alltag. | 2015.