Ben und der Schatz! / Teil 1

Folge 1


Immer wenn er von der Schule nach Hause ging, kam er an diesem Haus vorbei. Es war irgendwie unheimlich mit seinem verwitterten Garten und seinen zersprungenen Fensterscheiben. Die Fassade war zu großen Teilen von Efeu überrankt.

Vorn war es mit einem verrosteten Zaungitter von der Straße abgetrennt. Man munkelte es solle darin spuken.

Natürlich glaubte er nicht daran, Geister so was gab es doch nur im Filmen wie Larry Hotter. Na so ein Quatsch aber auch. Dennoch zog ihn dieses alte Haus wie magisch an. Er hatte sich fest vorgenommen irgendwann in einem unbeobachteten Augenblick einen Weg hineinzufinden. Sicher gab es noch tolle alte Sachen dort drinnen, ja vielleicht wartete sogar ein noch unentdeckter Schatz auf ihn.

Ja er musste dort hinein, dann würde er als reichster Junge der Stadt wieder heraus kommen und es all denen zeigen die ihn immer hänselten. Dazu muss man wissen, Ben, um den es hier geht, ist etwas kleiner gewachsen als seine Mitschüler, was ihn immer wieder zur Zielscheibe von deren Spott macht, leider.

Dabei war Ben ein lieber Junge, aber er konnte einfach das Träumen nicht lassen und Freunde hatte er leider auch keine, was seiner Mutter doch viele Sorgen bereitete. Was hatte sie nicht alles versucht, Fußballverein, Feuerwehr, aber das war alles nichts für ihren kleinen Ben. Der saß lieber spielend zu Hause im Garten oder in seinem Zimmer und vertiefte sich in seine Bücher - er konnte stundenlang so dasitzen und schien dabei ganz und gar in eine eigene Traumwelt abzutauchen. Na, wenn er nur wenigstens zufrieden war.

Am Tag in das Haus zu kommen, daran war gar nicht zu denken. Es musste also zu später Stunde geschehen, dann, wenn alle vernünftigen schon schliefen, womit auch und vor allen Dingen seine Eltern gemeint waren. Oh ja, seine Mutter hätte ihn niemals in dieses gefährliche und verwunschene Haus gelassen, aber er musste unbedingt da hinein.Wusste er doch auch aus seinen Büchern, dass gerade in solch alten und verlassenen Häusern oft unentdeckte Schätze darauf warteten, von dem Mutigen gehoben zu werden.

Und der Tag, an dem er diesen Schatz heben wollte, der war genau heute! Kaum von der Schule zu Hause eingetroffen begann er mit den ersten Vorbereitungen für seinen Plan. Natürlich konnte er nicht so einfach und unbedarft dort hinein marschieren - etwas Vorsicht war natürlich geboten, klar. Es galt also diverse Vorkehrungen zu treffen.So räumte und suchte er aus allen erdenklichen Ecken und Verstecken in seinem Zimmer die notwendigen Utensilien zusammen.Streichhölzer, Kerzen, Bindfaden, einen Angelhaken - gut er glaubte nicht wirklich ihn zu brauchen, aber Angelhaken gehörten dazu, hatte er bei Finberry Huck gelesen.
Selbstverständlich auch sein Taschenmesser, welches er von seinem Vater - gegen den Protest seiner Mutter - geschenkt bekommen hatte, er trug es eigentlich immer bei sich in seiner Tasche, man konnte ja nie wissen.

Etwas Verpflegung konnte auch nicht schaden, vielleicht musste er im Keller des Hauses buddeln, um den Schatz zu bergen, so hatte er sich noch einen Apfel bereitgelegt und eine Scheibe Brot, welcher er in der Küche unbemerkt entführt hatte. Er hätte ja noch gerne eine Schaufel eingepackt, aber das wäre sicherlich aufgefallen, also hatte er darauf verzichtet. Musste er notfalls mit den Händen graben, alle großen Schätzfinder gruben mit den Händen. Da war nichts Ehrrühriges dahinter.

Als er alles zusammenhatte, stopfte er es in seinen Rucksack und schnürte ihn oben zu, danach legte er ihn unter das Bett, nicht auszudenken, wenn Mama ihn finden würde. So war alles vorbereitet und er konnte es kaum erwarten, aber noch war es natürlich viel zu früh.

Doch der Tag zog sich dahin ...

Schon beim Abendessen war er irgendwie nicht wirklich bei der Sache, doch er musste sich zusammenreißen, schließlich sollte ja niemand Verdacht schöpfen. Wo Mutter doch immer so neugierig war. Deshalb konnte er auch nicht früher zu Bett, sonst wäre jedem sofort aufgefallen, dass etwas nicht stimmte.

Endlich war Zeit zum Schlafengehen gekommen, Zähneputzen und ab ins Bett. Mama und Papa sagten noch Gute Nacht und nun hieß es weiter abwarten - jetzt musste Ruhe ins Haus kommen. Solche Minuten, Stunden, ziehen sich ja wie Kaugummi dahin ... langsam tropfte die Zeit durchs Glas und er lag im dunkel seines Zimmers wach und malte sich die tollsten Reichtümer aus, die er nach Hause schaffen würde.

Wahrscheinlich würde er gar nicht alles tragen können, sicher würde er Vater bitten müssen ihm zu helfen das ganze Gold herüberzuschaffen.Was würden die andern Jungens schauen, er der Schatzfinder - alle Mädchen in der Schule, die ihn bisher immer ignorierten, würden ihm plötzlich zu Füßen liegen. Aber natürlich würde er mit keinem und keiner etwas zu tun haben wollen. Naja, aus vielleicht Leonora, die war immer nett zu ihm - vielleicht würde er ihr etwas vom Schatz abgeben, aber soweit war es natürlich noch nicht. Würde sich alles zeigen, wenn die Beute erst einmal unten auf dem Küchentisch lag.

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Wird Ben ungesehen aus dem Haus kommen? Kann er den Schatz finden?
In der nächsten Folge geht es weiter, diese erscheint einen Tag nach dem 2. Advent!





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Was Ihr dazu meint...

  1. ben - ich mag ihn jetzt schon ^^ heimlichkeiten und riesige berge von gold in aussicht! genau meine fantasien als ich 7 war :D bei mir war es allerdings kein haus, sondern das "schuttloch" des dorfes - eine wahrer drachenhort mit feinen schätzen und bösen wächtern, die man austricksen musste:)

    ich freu mich auf den 2. advent, denn da gehts weiter !!

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  2. Was für eine tolle Geschichte bisher :D Du machst ja fast schon dem Bernd Konkurrenz.
    Bin gespannt wie es weiter geht :D Mir fallen da ja schon 10 verschiedene Sachen ein :D

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  3. Oh Björn,
    wie gemein, mitten in der Spannung aufzuhören *g*. Das ist fast wie im Fernsehen, aber da kommt dann Werbung *lach*.

    Ich finde die Geschichte wirklich wundervoll und bin tatsächlich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Ach und ich sehe... Du verarbeitest immer wieder gerne die Themen, die wir im Chat immer so rausquatschen, bzw... lässt sie mit einfließen. Du bist genial!

    Wünsche Dir die perfekte Woche und grüße Dich ganz ♥-lichst,
    Lill

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  4. Wow... diese Geschichte (und somit auch deinen Blog) muss ich unbedingt weiterverfolgen! Ich bin gespannt wie es weitergeht!

    Danke für so eine nette Adventsgeschichtenidee!

    Liebe Grüße, summer

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  5. Hey Bjoern, faengt super an die Story. Ich freue mich schon auf den naechsten Teil. Spannung pur. :)

    LG, Dani

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  6. Na da lassen wir uns ja gerne überraschen. Wie lange dauert das noch bis zum 2.Advent?

    Schön geschrieben, da bin ich mal neugierig wie es weitergeht.

    Liebe Grüße
    Holger

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  7. Danke für den netten Kommentar!!!
    Ich wünsche dir auch eine schöne Weihnachtszeit!!

    Liebste Grüße DieDana von Knips Lust

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  8. Spannend. Ich hoffe Ben findet den Schatz … riesige Berge von Gold! Das hört sich super an. Ich würde sogar freiwillig mit tragen helfen. :D
    Beste Grüße

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  9. Oooooooooooooh... wie kannst Du nur in so einem spannenden Momment aufhören??? Das dauert ja noch eeeewig bis es weiter geht...
    Beim Larry Hotter musste ich laut lache :-D

    Liebe Grüsse,
    Silvi

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